Google, KI und Gesundheit

Es folgt ein langer Text mit dem Hinweis: Wer Vitamin C als Nahrungsergänzung konsumiert, muss regelmäßig den Ferritin-Wert abnehmen lassen.

Siehe auch: Umgang mit Nahrungsergänzungsmitteln

- Stand: 21.05.2026 -

Am Beispiel von Vitamin C möchte ich auf typische Probleme mit der KI in Google in Bezug auf Gesundheitsthemen hinweisen. Dabei wirkt sich auch die Rolle und die rechtlichen Voraussetzungen der Anbieter von Nahrungsergänzungsmitteln fragwürdig aus. Außerdem möchte ich auf die Tatsache hinweisen, dass wissenschaftliche Studien immer nur einen bestimmten Aspekt untersuchen, meist im Sinne des Auftraggebers oder von einem bestimmten Wirtschaftszweig beeinflusst. Dabei fallen manchmal die wirklich wichtigen Aspekte unter den Tisch oder werden übersehen. Nur positive Dinge werden wissenschaftlich abgesichert und dann bei der Vermarktung z.B. eines Nahrungsergänzungsmittels benutzt. Mögliche Risiken werden nicht erwähnt.

Bei Vitamin C ist eine der wenigen wirklich gesundheitlich relevanten Wirkungen folgende: Die Eisenmenge im Körper erhöht sich dosisabhängig - dies ist je nach Dosis lebensgefährlich, jedenfalls bei der normalerweise angebotenen Vitamin-C-Dosis in Kapseln oder Tabletten, bzw. der als unbedenklich eingestuften von 1000 mg (EFSA) oder 250 mg (BfR), wenn man sie täglich oder jedenfalls alle paar Tage konsumiert, und auch, wenn ein Teil davon aus normaler Rohkost stammt. Wenn man dauerhaft mehr als, sagen wir mal, 50 mg Vitamin C alle 3 Tage konsumiert, dann kann das schon lebensgefährlich sein. Ganz ohne Vitamin C aus Rohkost oder NEM wäre es allerdings auch lebensgefährlich.

Gesunde Menschen merken nichts davon, wenn die Leber kaputt geht, weil sich im Körper zuviel Eisen angesammelt hat. Sie merken erst etwas, wenn sie kaputt ist. Bereits kranke Menschen, vor allem solche, deren Leber schon beeinträchtigt ist, merken früher etwas, aber schieben die Symptome vielleicht nicht direkt auf die Vitamin-C-Kapseln.

Was alle Menschen merken, das sind Verdauungsstörungen, denn je höher die Eisenmenge im Körper, desto mehr Bakterien im Darm, die das Histamin produzieren. Aber auch das muss man wissen, um auf die Vitamin-C-Tabletten oder Kapseln als Ursache schließen zu können. Ärzte kennen sich damit jedenfalls nicht aus. Das ist meine Erfahrung. Bei einer Histamin-Intoleranz muss jedenfalls schon deshalb Vitamin C aus Nahrungsergänzungsmitteln möglichst niedrig dosiert werden.

Vitamin C muss man überhaupt nur dann als NEM nehmen, wenn man keine Rohkost verträgt. Also, wenn man Darmprobleme hat. Denn Vitamin C kann der Mensch normalerweise nur aus Rohkost verwerten. Und da reichen schon wenige Radieschen oder ein Apfel pro Tag. Wenn man keine harte körperliche Arbeit macht.

Ich habe mal folgende Suchanfrage in Google eingegeben: "Ist Vitamin C wichtig für Menschen mit Histaminintoleranz?"

Dies ist eine Frage, mit der mich schon öfters Anrufer, die meine Website zum Thema Histaminintoleranz gefunden hatten, konfrontiert hatten. Es stellte sich jedesmal heraus, dass sie das auf der Website eines Anbieters von Nahrungsergänzungsmitteln gefunden hatten: "Vitamin C ist wichtig für Menschen mit Histaminintoleranz". Man könnte auch schreiben: "Vitamin C ist wichtig für Menschen." Es stimmt immer.

die Position im Suchergebnis

Anbieter von Nahrungsergänzungsmitteln hatten es im Laufe der Zeit geschafft, sich bei vielen Gesundheitsthemen in die vorderen Suchergebnisse zu arbeiten. Je professioneller, desto besser das . Man konnte gut erkennen, dass die Suchergebnisse aus Links zu kommerziellen Anbietern bestanden, denen es vor allem darum ging, etwas zu verkaufen, es also in möglichst positivem Licht erscheinen zu lassen.

Jetzt ist die KI hinzugekommen und fasst die Inhalte derjenigen Anbieter, die besonders gut bei der Suchmaschinenoptimierung ihrer Website waren, übersichtlich zusammen. Das wirkt auf den Nutzer von Google professionell, neutral und souverän - man selbst hätte sich das Ergebnis nie so erarbeiten können und ist froh, das so schön fertig aufbereitet zu erhalten. Es wirkt wie die Zusammenfassung durch einen Experten. Die Nutzerin hat zu der KI mehr Vertrauen als früher zu den einzelnen Suchergebnissen, die sie nie alle hätte durcharbeiten können.

Man hält das KI-Ergebnis für objektiver und fundierter als einzelne Links in den Suchergebnissen. Wer sich mit dem Thema nicht auskennt, vermisst auch keine Warnhinweise. Diese fehlen erstens, weil die Anbieter von Nahrungsergänzungsmitteln kaum Warnhinweise machen müssen, und zweitens, weil man danach in der Suchanfrage gar nicht gefragt hat. Wenn ein echter Experte antworten würde, würde er die Warnungen gleich mitliefern - ungefragt.

Was nun auch immer häufiger passieren wird, ist, dass Ärzte mal schnell in Google recherchieren, vielleicht um sich abzusichern, bevor sie z.B. im Fernsehen Gesundheitstipps oder Ernährungstipps vor einem Millionenpublikum geben. Ich erlebe immer öfter, dass da auch manchmal völlig falsche Tipps dabei sind, oder da eben die Warnhinweise auch fehlen. Ein Arzt im Fernsehen wird aber als noch seriöser, sympathischer und vertrauenswürdiger angesehen als die KI in Google.

Es kommt also zu einer Kaskade von scheinbar immer größerer Seriosität oder Glaubwürdigkeit - angefangen von den einzelnen Suchergebnissen in Google über die KI bis womöglich in das Fernsehen, abgesichert durch z.B. das BfR.

Denn wer es ganz genau wissen will, findet auf der Website des BfR zum Thema Vitamin C eine PDF-Datei vom 15.03.2021. Dann hat man quasi behördlich abgesichert, dass bis zu 250 mg pro Tag aus unterschiedlichen Quellen unbedenklich seien, welches aus meiner Sicht immer noch viel zu hoch ist. Man muss jedenfalls regelmässig den Ferritinwert überprüfen lassen - das ist meine Erfahrung - egal , wieviel Vitamin C man pro Tag konsumiert - bis man weiß, was auf die Dauer die individuell richtige Menge ist. Erforscht wurde aus meiner Sicht nur, daß Verdauungsstörungen auftreten. Diese haben bei mir nach drei Monaten angefangen. Von Eisen, das sich im Körper anreichert, ist nirgendwo die Rede. Manche Studien sind nicht lange genug gelaufen, um so etwas feststellen zu können. Das ist aber das Gefährliche an der Sache.

Also - Vorsicht mit Nahrungsergänzungsmitteln, KI und Berichten von Behörden!

Ohne Gewähr - ohne Anspruch auf Vollständigkeit!

Siehe auch: Umgang mit Nahrungsergänzungsmitteln

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